Grünes Christiansø

AKTUELLE NEWS: CHRISTIANSØ IST EIN NATURPARK GEWORDEN

Das Verteidigungsministerium hat eine Reihe grüner Strategien für die Bereiche Klima, Energie, Natur und Umwelt verabschiedet, 
auch für Christiansø. Außerdem gelten für die Inselgruppe strenge Auflagen im Denkmal- und Naturschutz. Darüber hinaus soll sie als Natura-2000-Schutzgebiet ausgewiesen werden.

Christiansø ist damit einer der gesetzlich am besten naturgeschützten Orte Dänemarks, und das Verteidigungsministerium arbeitet an weiteren umwelt- und klimagerechten Lösungen für die Inseln. 

Erneuerbare Energie ist das Ziel

Heute beziehen die Bewohner und Gäste der Insel Strom und Fernwärme aus dem inseleigenen Kraft-Wärme-Werk, das sich in der „Wache“ neben der Kirche befindet. Es wird mit Diesel als Brennstoff betrieben, was jedoch nicht dem politischen Ziel entspricht, in Dänemark keine fossilen Energieträger mehr zu nutzen.

Einer der drei alten Dieselgeneratoren im Elektrizitätswerk der Insel

Es wird beabsichtigt, die Energieversorgung von fossilen Brennstoffen auf eine erneuerbare Lösung umzustellen. 
Die Denkmalschutz- und Naturschutzauflagen, die auf den Inseln gelten, machen es jedoch nicht leicht, eine geeignete Lösung zu finden.

Windenergie

Seit einigen Jahren besteht die Vision, die aus fossilem Brennstoff erzeugte Energie durch Windenergie zu ersetzen, denn Wind ist eine erneuerbare Energiequelle. 

Deshalb wird jetzt untersucht, ob der Bau einer Windenergieanlage auf Christiansø möglich ist, die die Seefestung Christiansø in Kombination mit einem Wasserstoffspeicher und Brennstoffzellen zu 100 % selbstversorgend und grün machen kann.

Aussicht über das Meer nordwestlich der Ertholmene

Darüber hinaus ist geplant, eine Reihe von Verbesserungen am lokalen Energieversorgungsnetz vorzunehmen. So soll unter anderem Frederiksø mithilfe einer Fernwärmeleitung durch das Hafenbecken an das Fernwärmenetz angeschlossen werden, und ein neues Kanal- und Abwassersystem soll gebaut werden.

Wasser – keine Selbstverständlichkeit

Trinkwasser ist auf Christiansø keine Selbstverständlichkeit. Noch bis vor wenigen Jahren wurde die Wasserversorgung ausschließlich mit Oberflächenwasser aus den vielen Wasserlöchern und Teichen bewerkstelligt, die sich auf Frederiksø und Christiansø befinden. Damals war das Wasser eher braun als klar und hatte einen Beigeschmack. Es war notwendig, das Wasser zu klären und mit Chlor zu versetzen, um es trinkbar zu machen. 

In sehr trockenen Sommern konnten die Becken jedoch austrocknen, dann musste Trinkwasser von Bornholm per Schiff hergebracht werden. Für WCs und andere Spülzwecke wurde Meerwasser verwendet, um das knappe Trinkwasser zu sparen.

Umkehrosmose-Wasserwerk am Hafen

Inzwischen wurde die Trinkwasserversorgung modernisiert. Das Leitungswasser ist eine Mischung aus entsalztem Meerwasser aus der Ostsee (ca. 80 %) und Grundwasser aus Bohrbrunnen auf Christiansø (ca. 20 %). Das Entsalzen des Meerwassers erfolgt in einer Umkehrosmose-Anlage am Hafen. Von dort wird das Wasser ins Wasserwerk (umgebaut 2013) gepumpt, das in der Mitte der Insel liegt. Dort wird es mit dem Grundwasser aus den Bohrbrunnen gemischt.

Heute versorgen sich die Inseln zu 100 % selbst mit frischem, klarem Trinkwasser, und wer Christiansø besucht hat, kann mit Fug und Recht sagen, dass er aus der Ostsee getrunken hat. 

Store Brønd/Guds Forsyn ist das größte Wasserloch auf der Insel. Hier steht auch das Wasserwerk.